Manchmal fühle ich mich so müde...

  • Manchmal fühle ich mich sooo müde…..

    Nicht körperlich, obwohl das auch, aber das hängt wahrscheinlich mit meinen komischen Schlafrhythmus zusammen.

    Heute ist mir auch einmal nach "jammern".

    Wer mich länger kennt, oder zumindest ein wenig, weiß das wenn ich etwas mache / anpacke, dieses aus 100%iger Überzeugung mit viel Spaß und Freude mache.

    So habe ich mein damaliges Hobby oder Ehrenamt, wie man es nennen mag ein Stück weit zu meinem Beruf gemacht;- Menschen helfen.

    Sowohl der Job, als auch all meine ehrenamtlichen Aufgaben bereiten mir sehr viel Spaß. Dennoch fühle ich mich manchmal ziemlich müde und antriebslos Energie zu verbrauchen, wo man teilweise denkt wozu.


    Gerade aufs Ehrenamt bezogen. Es ist teilweise schon sehr anstrengend und frustrierend zugleich.
    Jeder verlangt eine Menge ab, gerade wenn man eine Patientenorganisation angehört. Immer soll man alles bestens machen, am besten noch so das auch wirklich jeder zeitlich kann und dann stimmt oder fehlt doch wieder irgendwas.
    Von Fachorganisationen hört man immer wieder „ihr Patienten müsst lauter werden, ihr habt keine Lobby, sprecht endlich mit einer Stimme“.
    Ja liebe Fachgesellschaften, wir, also ich und der Vorstand der AdipositasHilfe Nord e.V. versuchen seit knapp 5 Jahren nichts anderes. Aber auch da scheint es weiterhin nur mühselig voran zu gehen wenn überhaupt. Gemeinsam und Team heißt oftmals auch hier..“Toll ein anderer machts“, von gemeinsam war bisher nur wenig zu sehen.

    Oft frage ich mich woran es liegt, denn wir schreiben ja niemanden vor was er zu machen oder lassen hat. Ich vermute, dass da immer noch eine Art Konkurenzdenken bei einigen Leuten herrscht.
    Hier muss ich sagen, werdet endlich wach und schmeißt dieses Denken über Bord. Hier geht es nicht um persönliche Befindlichkeitsstörungen (Danke für dieses tolle Wort), sondern um eine gemeinsame Sache. Arbeit gibt es für jeden, der wirklich an der Thematik arbeiten möchte, und sich nicht dadurch profilieren will. Nichts machen hingegen kann ich aber auch nicht akzeptieren.


    Ich kann sowas nicht nachvollziehen noch verstehen, bei anderen Krankheitsbildern klappt das mit Organisationen sowohl ehrenamtlicher wie auch fachlicher Art sehr gut, nur bei uns adipösen nicht.
    Vielleicht verlange ich auch zu viel wenn ich sage, man könnte zumindest an einem Strang ziehen und gemeinsam auftreten (was ja nun teilweise schon geschehen ist). Aber nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit sollte ein Ziel sein. Wir „Dicken" haben keine Lobby…keine Stimme.
    Wir Patientenorganisationen werden gebeten, gefragt, ob wir an Kongressen etc. teilnehmen, um uns und unsere Arbeit vorzustellen, was wir alle dankend annehmen, aber mit eingebunden wird man nicht.

    Wie kann denn ein Patient eine Stimme bekommen, wenn er bei Fachgesellschaften ja „nur“ der Patient ist der keine Ahnung hat, weil er in der Regel kein Arzt oder studierter Mediziner ist??
    Wir Patienten werden oftmals durch die Blume als „dumm“ abgestempelt. Dabei bin ich mir ziemlich sicher dass wir Patienten einen riesengroßen Teil zu vielen Themen beitragen könnten. Denn wer als z.B. operierter Patient hat denn wohl die Lebenserfahrung mit einem Schlauchmagen, Magenbypass etc.?
    Wer lebt damit, wer kann genau sagen wie es ist mit den Supplementen, Verträglichkeit und Unverträglichkeiten von Lebensmitteln? Die Wissenschaft/ der Chirurg der es operiert/ die Oecothrophologin oder Diätassistenz, oder der Patient der sich tagtäglich mit all den Dingen live und in echt auseinandersetzen muss??
    Natürlich haben die Wissenschaftler und Ärzte wie Ernährungsmediziner, Diätassistenten usw. Ahnung, das Zweifel ich überhaupt nicht an, dennoch ist es der Betroffene der mit all dem Leben muss und es ist der Betroffene der sagen kann und es ist doch so, auf die Aussagen wie z.B. das kann nicht sein (zb. Verstopfung bei BPD)


    Weiter geht’s mit Therapien…wie sollen wir Patienten laut werden wenn wir nicht mitsprechen dürfen? Es gibt nach wie vor keine konservative Therapie für Adipositas. Oder für operierte Patienten…Nachsorge….Was ist denn eine gute Nachsorge und warum wird sie nicht von den Krankenkassen finanziell unterstützt?
    Das ist das wofür ich gerne kämpfen und vor allen was erreichen möchte. Aber wie, wenn man nirgends einbezogen wird…man kommt in keine Arbeitsgruppen der Fachgesellschaften rein, eben weil man ja nur ein Patient ist. (naja gut bei einer der Leitlinien durfte dann eine Patientenorganisation mit teilnehmen)
    Natürlich sitzen wir nicht still in der Ecke und gucken uns das Geschehen an, wir kämpfen und fordern dennoch in der Politik gerade für dieses Thema. Vieles was die Patientenorganisationen machen sieht man nicht, weil es im Hintergrund läuft. Klar, wir könnten uns nun mit allen auf einem Foto stellen oder Briefe veröffentlichen, aber das bringt meiner Meinung nach nüschts.

    Sicherlich fühlt sich der ein oder andere nun wieder durch meine offene und ehrliche Art auf den Schlips getreten; an dieser Stelle…es tut mir leid, dass ich keine Blümchen um Worte malen kann… ich bin eben ein Mensch für klare Worte, mit Nichtstun und Nichtssagend haben wir lange genug die Zeit vertrödelt.
    Und wie sagte ein sehr kluger Mann mal…“mir ist die Zeit zum Bummeln nicht gegeben“.
    Es muss endlich etwas passieren. Nur gemeinsam kann man es schaffen, wenn man an einem Strang zieht, gemeinsam nach Ansätzen sucht und diese auch umsetzt.
    Ehrenamt ist zwar Freizeit, aber jeder der ein solches Amt besitzt, weiß dass es auch viel Arbeit ist; Arbeit für eine gute Sache. Sei es noch so mühselig!!

    Ich für meinen Teil werde weiter kämpfen, und würde mich freuen, wenn der ein oder andere endlich einmal wach wird.